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Wie realistisch ist Fallout 76? Das sagt ein Atomphysiker

Sicherlich nicht die wichtigste Frage, die die Community gerade bewegt, aber doch mal ganz interessant zu wissen. PCGamesN hat sich mit dem Atomphysiker Professor Paddy Regan zusammengesetzt, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Ich hab euch das Wesentliche aus dem Artikel mal hier zusammengefasst.

In Fallout 76 verlassen wir nur 25 Jahre nach den Bomben den Vault – welche Auswirkungen hat das?

Laut Regan sei die Strahlungsmenge direkt danach nicht unbedeutend. Das meiste radioaktive Material würde aber schon kurz nach der Explosion nicht mehr radioaktiv sein. Das meiste radioaktive Material werde direkt in die Troposphäre (= unterste Schicht der Erdatmosphäre) geschossen, wo es dann durch starke Winde rund um die Erde gewirbelt werde.

Die Halbwertszeit der meisten Materialien sei viel geringer als Jahre. Nach 10-15 Tagen sei nur noch eine limitierte Anzahl an verschiedenen radioaktiven Isotopen präsent und nach 30 Jahren gebe es tatsächlich nur noch zwei mit bedeutender Stärke (Caesium-137 und Strontium-90). Diese seien zwar gefährlich, die Wahrscheinlichkeit, in der Wildnis von West Virginia 25 Jahre später auf gefährliche Strahlung zu treffen schätzt Regan allerdings als ziemlich gering ein. 25 Jahre in einem Bunker zu leben halte er für gefährlicher als rauszukommen.

Die Karte von Fallout 76 war keinen direkten nuklearen Schlägen ausgesetzt. Die Landschaft wirkt grün, Landmarken sind intakt und die Häuser stehen noch.

Das ist durchaus realistisch. Wie PCGamesN berichtet, sei der Detonationswert der von den Briten getesteten Wasserstoffbomben rund 100 mal stärker gewesen als der der Bomben, die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, die Explosion sei aber dennoch nur vier oder fünf Meilen groß gewesen. Die umliegenden Gebiete seien also intakt geblieben. Der begleitende elektromagnetische Puls könne hingegen weit größeren bleibenden Schaden verursachen.

Was die Menschen umbringe, sei laut Regan die ausgelöschte Infrastruktur. „Keine Kommunikationsmittel, kein Zugang zu Lebensmitteln oder fließendem Wasser, Abwasser, Cholera. Wie bei einem Erdbeben“, so Regan.

In Sachen Umwelt könne man davon ausgehen, dass diese sich nach dem Atomkrieg besser mache als davor. Der Grund: Es gibt keine Menschen. Tiere würden für eine relativ geringe Zeitspanne leben – gebe es keine menschlichen Invasoren, die die Umwelt durcheinander bringen, sei die Natur tatsächlich ziemlich gut darin, radioaktive Materialien auszulagern.

Wie sieht es mit Nahrung aus, die radioaktiver Strahlung ausgesetzt war?

Sei Nahrung nach einem nuklearen Angriff einer großen Menge Neutronen ausgesetzt, könne es radioaktiv werden. Das gleiche gelte für Fisch oder Krebse, die nukleares Material durch die Nahrungskette zu den Menschen bringen würden.

„Radioaktives Material in den Körper zu bringen is generell nicht gut für die Gesundheit. Sachen in Blechdosen wären ok, denke ich – über was ihr euch mehr Sorgen machen solltet, ist Stücke von Fleisch oder Kühen zu essen, die drei oder sechs Monate nach der Attacke auf den Feldern gegrast haben.

Wie realistisch ist es, einer mutierten Kreatur zu begegnen?

Im Allgemeinen sei es laut Regan so, dass eine Kreature mit bedeutenden Strahlungsmutationen sich nicht fortpflanze. Es gebe ständig mutierte Gene, aber die Wahrscheinlichkeit, diese an einen gesunden Nachkommen weiterzugeben, der überleben könne, sei beschränkt. Normalerweise seien die gesunden Gene die, die überleben würden.

Artikel bei PCGamesN

Gepostet am 13. September 2018 um 16:27 Uhr von

Mod 92

1 Antwort

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Fallout basiert ja auf der Synergie vom Vorgänger Wasteland, der wiederum sich aus Filmen wie „A Boy and his Dog“ (absolut sehenswert mit einem jungen Don Johnson), Mad Max 2,3, The Day After und vielleicht auch ein wenig Waterworld speist.
Statt dem 80er Jahre Endzeitfeeling was in dem Spiel Mad Max perfekt rüberkommt, nahm man dann lieber den 1940/50er Jahre Looks vor den Hippies. Im guten alten Amerika mit Ölquellen und Bonanza.

Dass das ganze zwar immer wieder Realitätsbezüge angenommen ist aber im Grunde seit Teil 3 sehr fraglich wie vieles funktionieren sollte aus realistischer Sicht.

Wasteland, Fallout 1 gehen ja ähnlich wie das Mad Max Szenario davon aus dass die Atombomben eine dermaßen massive Vernichtungskraft an den Tag gelegt haben dass die Erde aus ihrer Umlaufbahn geschossen haben und dass die Meere teilweise verdunstet waren und nuklearer Wintern, strahlungsreiche Ionenstürme und saurer Regen die Ländereien weitgehends verwüstet haben. Fallout 2,3 zeigt ein finsteres verstrahltes Meer usw. Auch das Vault Thema ist so eine Sache sah das Handbuch (Papierform) in Teil 1&2 noch vor wie technisch hochgerüstet die Bunker waren. Wirkten sie in 3D karg und einfach. Irgendwie konnte man sich kaum vorstellen da lange leben zu wollen. Erst in Fallout 4 wurden sie wieder freundlich im Schema von Fallout 1. Dahinter liegen wohl auch grafiktechnische Erwägungen.

Die Lore ist insoweit ja eh komplett tot wenn man von Teil 1,2, Tactics an Basis ansieht. Da hat Fallout 4 schon riesige Löcher hinterlassen und Fallout 76 versetzt dem in gewissermaßen den Todestoss. Geht man von Fallout 3 als Neustart der Serie aus kann man es dagegen akzeptieren.

Ich hab den Bericht von Paddy Regan gelesen. Insoweit hat er recht dass die jahrelange Isolation in den Bunkern weit mehr Gefahren bietet als die Strahlung draußen und dass die Mutationen man so gerne rein interpretiert mehr Fiktion und Mystery sind als Realität, wenn man mal bedenkt wer in der Sperrzone von Tschernobyl alles heimisch ist oder wie sich Hiroshima davon erholt hat, merkt man wie sehr Hollywood es jahrzentelang auf die Spitze getrieben hat.
Seuchen, Nahrungsversorgung, sauberes Trinkwasser, Schutz, stabile Gesellschaften usw. Isolierte Vault Gemeinschaften sind ja selbst im Fallout Unsiversum ob durch Experimente oder Kontroll-Vaults sind zig an internen Schwierigkeiten in der Gesellschaft zu Grunde gegangen.
Unrealitistisch fand ich in allen Teilen dass jemand der sein ganze Leben nur gedämpfe UV-Lampen seines Bunkers kannte plötzlich rausgeschickt wird. Ohne Atemschutz, ohne Vorkehrungen. 20 Schuss, Waffe, 3 Stimpacks, Wasserflasche, nen feuchten Händedruck und es geht nach draußen….wahrscheinlich hätte er erstmal tagelang mit der Sonenstrahlung, dem veränderten Luftdruck usw zu kämpfen gehabt bis sich sein Körper an die Außenwelt gewöhnt haben.
Vielleicht hat er dann schon mutierte Viren aufgenommen die ihn dahin gerafft haben weil sein Immunsystem darauf nicht vorbereitet war.
Daher lassen wir Fallout in seiner netten Fiktion. Es ist etwas thrashig aber so lieben wir es!

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